Zahn abgebrochen: Was tun? Soforthilfe, Kosten und Behandlung 2026

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Es passiert oft schneller als man denkt: Ein Sturz, ein Biss auf einen harten Gegenstand oder ein unglücklicher Aufprall, und plötzlich fehlt ein Stück Zahn. Ein abgebrochener Zahn ist eine der häufigsten zahnmedizinischen Notfallsituationen und betrifft Menschen jeden Alters.

Wichtig zu wissen: Auch wenn der abgebrochene Zahn zunächst keine Schmerzen verursacht, sollte er immer zahnärztlich versorgt werden. Ein unbehandelter Zahnbruch kann zu Entzündungen, Karies und im schlimmsten Fall zum vollständigen Zahnverlust führen.

In diesem Artikel erfährst du, was du sofort tun kannst, welche Ursachen hinter einem Zahnbruch stecken, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was die Versorgung kostet. So bist du im Ernstfall gut vorbereitet.

Warum brechen Zähne ab? Die häufigsten Ursachen

Ein Zahn bricht selten ohne Grund. Meistens steckt eine Kombination aus äußerer Einwirkung und einem bereits geschächtigten Zahnsubstanz dahinter. Wer die häufigsten Ursachen kennt, kann gezielt vorbeugen und im Ernstfall besser einschätzen, wie dringend eine Behandlung ist.

Ursache Erklärung
Karies Karies zerstört die Zahnsubstanz von innen. Ein stark kariöser Zahn ist brüchig und bricht bei normaler Belastung leichter ab
Alte oder große Füllungen Große Amalgam- oder Kompositfüllungen schwächen die verbleibende Zahnsubstanz. Mit der Zeit kann der Zahn um die Füllung herum abbrechen
Wurzelbehandelte Zähne Nach einer Wurzelbehandlung verliert der Zahn seine natürliche Feuchtigkeit und wird spröder. Ohne schützende Krone bricht er leichter
Parodontitis Parodontitis baut den Knochen und das Zahnfleisch ab, der Zahn verliert seinen Halt und wird anfälliger für Brüche
Zähneknirschen (Bruxismus) Dauerhaftes Knirschen erzeugt enorme Kräfte auf Zähne und Zahnschmelz. Risse und Abplätzungen sind typische Folgen
Unfall oder äußere Einwirkung Sturz, Sportunfall, Aufprall oder Biss auf einen harten Gegenstand können auch gesunde Zähne abbrechen lassen
Altersbedingter Verschleiß Mit zunehmendem Alter verliert der Zahnschmelz an Stabilität. Ältere Zähne sind anfälliger für Risse und Brüche
Säurehaltige Ernährung Häufiger Konsum von säurehaltigen Getränken und Speisen löst den Zahnschmelz auf und macht Zähne brüchiger

Besonders heimtückisch sind Ursachen, die sich über Jahre unbemerkt entwickeln. Ein Zahn der durch Karies, Bruxismus oder eine alte Füllung bereits stark geschädigt ist, kann beim nächsten normalen Kauvorgang abbrechen, ohne dass eine äußere Gewalteinwirkung nötig wäre. Regelmäßige Zahnarztbesuche alle sechs Monate helfen, solche Risikozähne frühzeitig zu erkennen und zu schützen, bevor es zum Bruch kommt.

Soforthilfe: Was tun wenn ein Zahn abgebrochen ist?

Ein abgebrochener Zahn ist ein Schock, aber in den meisten Fällen kein lebensbedrohlicher Notfall. Wer die richtigen Sofortmaßnahmen ergreift, kann den Zahn möglicherweise retten oder zumindest die Behandlung erheblich erleichtern. Das Wichtigste zuerst: Ruhe bewahren und systematisch vorgehen.

Schritt Was du tun solltest
1. Zahnstück aufbewahren Das abgebrochene Zahnstück nicht wegwerfen. In Milch, Körpereigener Kochsalzlösung oder im Mund zwischen Wange und Zahn transportieren. Nie in Wasser aufbewahren
2. Blutung stoppen Sauberes Taschentuch oder Mullkompress auf die blutende Stelle drücken. Leichten Druck für einige Minuten halten bis die Blutung nachlässt
3. Kühlen Schwellungen von außen mit einem Kühlpack kühlen. Niemals Eis direkt auf den Zahn oder das Zahnfleisch legen
4. Keine Schmerzmittel auf den Zahn Aspirin direkt auf das Zahnfleisch legen ist ein verbreiteter Fehler. Das ätzt das Gewebe. Schmerzmittel nur oral einnehmen
5. Scharfe Kanten abdecken Falls der abgebrochene Zahn scharfe Kanten hat die Zunge oder Wange verletzen, kann provisorisch Zahnwachs aus der Apotheke aufgetragen werden
6. Zahnarzt kontaktieren So schnell wie möglich einen Zahnarzttermin vereinbaren. Bei starken Schmerzen, Schwellungen oder freiliegendem Nerv sofort den Zahnarzt-Notdienst aufsuchen

Der wichtigste Tipp bei der Aufbewahrung des Zahnstücks: Milch ist das beste Transportmedium, da sie die Zellstruktur des Zahnes am längsten erhält. Alternativ kann das Zahnstück im Mund zwischen Wange und Zahn aufbewahrt werden, solange keine Gefahr besteht, es zu verschlucken. Wasser ist als Aufbewahrungsmedium ungeeignet, da es die Zellen des Zahnes schädigt und eine spätere Wiederbefestigung erschwert.

Auch wenn der abgebrochene Zahn keine Schmerzen verursacht, solltest du ihn nicht ignorieren. Ein Zahn ohne Schmerzen kann trotzdem einen freiliegenden Nerv, eine beginnende Entzündung oder eine Rissbildung haben, die sich ohne Behandlung verschlimmert. Sprichßestens innerhalb von 24 bis 48 Stunden sollte ein Zahnarzt den Schaden beurteilen.

Schneidezahn, Backenzahn oder Milchzahn abgebrochen: Was tun?

Je nachdem welcher Zahn abgebrochen ist, unterscheiden sich die Dringlichkeit und die empfohlene Behandlung. Ein abgebrochener Schneidezahn im Frontzahnbereich ist optisch sofort sichtbar und ästhetisch sehr belastend. Ein gebrochener Backenzahn kann zunächst unbemerkt bleiben, ist aber funktional ebenso wichtig. Und bei Kindern stellt sich zusätzlich die Frage, ob es sich um einen Milchzahn oder bereits einen bleibenden Zahn handelt.

Zahnart Besonderheit Empfohlene Maßnahme
Schneidezahn (Frontzahn) Sofort sichtbar, hohe ästhetische Bedeutung, Nerv liegt oft nah an der Bruchstelle Zahnarzt innerhalb von 24 Stunden aufsuchen, Zahnstück in Milch aufbewahren
Backenzahn (Seitenzahn) Oft weniger schmerzhaft, aber funktional wichtig für das Kauen Baldigen Zahnarzttermin vereinbaren, harte Speisen auf der betroffenen Seite vermeiden
Milchzahn beim Kind Fällt natürlich aus, aber ein abgebrochener Milchzahn kann den bleibenden Zahn darunter gefährden Kinderzahnarzt aufsuchen, nie selbst den Milchzahn entfernen
Bleibender Zahn beim Kind Sofortiger Handlungsbedarf, da bleibende Zähne nicht nachwachsen Sofort Zahnarzt-Notdienst aufsuchen, Zahnstück in Milch aufbewahren
Zahn mit bestehender Krone Krone kann sich lösen oder der Zahn darunter bricht ab Krone aufbewahren, Zahnarzt informieren, keine provisorischen Klebeprodukte aus dem Drogeriemarkt verwenden

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der Bruch unterhalb des Zahnfleischsaums liegt. In diesem Fall ist der verbleibende Zahnstumpf oft nicht mehr für eine einfache Restauration geeignet. Der Zahnarzt muss entscheiden, ob der Zahn noch gerettet werden kann oder ob eine Extraktion mit anschließendem Zahnersatz notwendig ist.

Beim Milchzahn gilt: Auch wenn er ohnehin irgendwann ausfällt, sollte ein abgebrochener Milchzahn immer vom Kinderzahnarzt beurteilt werden. Ein unbehandelter gebrochener Milchzahn kann Bakterien in das umliegende Gewebe einbringen und die Entwicklung des bleibenden Zahnes darunter beeinträchtigen.

Behandlungsoptionen bei einem abgebrochenen Zahn

Welche Behandlung bei einem abgebrochenen Zahn notwendig ist, hängt vom Ausmaß des Bruchs, dem Zustand des Zahnes und davon ab, ob der Nerv betroffen ist. Der Zahnarzt wählt die am besten geeignete Methode nach einer gründlichen Untersuchung und gegebenenfalls einem Röntgenbild.

Behandlung Wann geeignet? Kosten (ca.)
Glätten und Polieren Kleine Absplitterung ohne Nervbeteiligung, nur scharfe Kante stört ab ca. 60 Euro
Komposit-Aufbau (Kunststoff) Größerer Bruch ohne Nervbeteiligung, gute Zahnsubstanz noch vorhanden ca. 70 bis 300 Euro
Zahnkrone Großer Bruch, stark geschädigter Zahn, Zahnwurzel noch intakt ca. 300 bis 1.600 Euro
Wurzelbehandlung Nerv ist freigelegt oder entzündet, Zahn soll erhalten werden ca. 200 bis 2.500 Euro
Extraktion Zahn nicht mehr zu retten, Bruch unterhalb des Knochenniveaus ca. 50 bis 200 Euro
Zahnimplantat Nach Extraktion als hochwertigster Zahnersatz ca. 2.200 bis 4.200 Euro
Zahnbrücke Nach Extraktion als günstigere Alternative zum Implantat ca. 1.300 bis 2.500 Euro

Die häufigste Behandlung bei einem abgebrochenen Zahn ist der Komposit-Aufbau. Dabei modelliert der Zahnarzt den fehlenden Zahnanteil mit einem zahnfarbenen Kunststoffmaterial direkt am Zahn nach. Die Behandlung ist in einer Sitzung abgeschlossen, relativ preisgünstig und optisch unauffällig. Allerdings ist Komposit weniger langlebig als eine Krone und muss nach einigen Jahren erneuert werden.

Bei größeren Brüchen oder wenn der Nerv betroffen ist, ist eine Zahnkrone in Kombination mit einer Wurzelbehandlung oft die dauerhafteste Lösung. Die Krone schützt den geschwächten Zahn rundum und verhindert weitere Brüche. Wenn der Zahn nicht mehr gerettet werden kann, ist ein Implantat die hochwertigste Ersatzlösung, da es den Knochen erhält und sich wie ein natürlicher Zahn anfühlt.

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Wann muss ich sofort zum Zahnarzt?

Nicht jeder abgebrochene Zahn ist ein sofortiger Notfall. Eine kleine Absplitterung ohne Schmerzen kann in den meisten Fällen bis zum nächsten regulären Zahnarzttermin warten. Es gibt jedoch Situationen, in denen du sofort handeln musst, da jede Verzögerung den Schaden vergrößern oder ernsthafte gesundheitliche Folgen haben kann.

Symptom oder Situation Dringlichkeit Was tun?
Starke anhaltende Schmerzen Sofort Zahnarzt-Notdienst aufsuchen, Nerv könnte freigelegt sein
Freiliegender Nerv (sichtbares rosa Gewebe) Sofort Notdienst aufsuchen, Wurzelbehandlung möglicherweise notwendig
Starke Blutung die nicht aufhört Sofort Druck auf die Wunde, Notdienst kontaktieren
Schwellung im Kiefer oder Gesicht Sofort Kann auf Abszess hindeuten, sofort zum Zahnarzt oder Notaufnahme
Bruch unterhalb des Zahnfleischsaums Dringend Innerhalb von 24 Stunden zum Zahnarzt, Zahnerhalt möglicherweise gefährdet
Abgebrochener bleibender Zahn beim Kind Sofort Zahnstück in Milch aufbewahren, sofort Notdienst aufsuchen
Zahn wackelt nach dem Bruch Dringend Innerhalb von 24 Stunden zum Zahnarzt, Zahnhalteapparat könnte betroffen sein
Kleine Absplitterung ohne Schmerzen Baldiger Termin Innerhalb weniger Tage zum Zahnarzt, scharfe Kanten mit Zahnwachs abdecken

Ein häufiger Fehler: Viele Patienten warten zu lange, weil der abgebrochene Zahn keine Schmerzen verursacht. Doch Schmerzfreiheit bedeutet nicht, dass alles in Ordnung ist. Ein Zahn ohne Schmerzen kann trotzdem einen freiliegenden Nerv, eine beginnende Entzündung oder Bakterien haben, die sich unbemerkt ausbreiten. Im schlimmsten Fall führt das zu einem Abszess, der nicht nur schmerzhaft, sondern auch gefährlich ist.

Den Zahnarzt-Notdienst findest du in Deutschland unter der Telefonnummer 116 117 (Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst) oder auf der Webseite deiner regionalen Kassenzärztlichen Vereinigung. Außerhalb der öffnungszeiten sind viele Universitätszahnkliniken ebenfalls als Notaufnahme verfügbar.

Was kostet die Behandlung eines abgebrochenen Zahns?

Die Kosten für die Behandlung eines abgebrochenen Zahns hängen stark vom Ausmaß des Schadens und der notwendigen Versorgung ab. Eine kleine Absplitterung ist vergleichsweise günstig zu behandeln. Muss der Zahn jedoch mit einer Krone versorgt oder sogar extrahiert und durch ein Implantat ersetzt werden, steigen die Kosten erheblich.

Behandlung Kosten Deutschland (ca.) GKV Zuschuss
Glätten und Polieren ab ca. 60 Euro Teilweise übernommen
Komposit-Aufbau ca. 70 bis 300 Euro Einfache Füllung übernommen, Aufpreis selbst tragen
Zahnkrone ca. 300 bis 1.600 Euro Festzuschuss ca. 300 bis 400 Euro
Wurzelbehandlung ca. 200 bis 2.500 Euro Basisbehandlung übernommen, aufwendige Versorgung privat
Extraktion ca. 50 bis 200 Euro Von der GKV übernommen
Zahnimplantat inkl. Krone ca. 2.200 bis 4.200 Euro Festzuschuss für Krone, kein Zuschuss für Implantat selbst
Zahnbrücke ca. 1.300 bis 2.500 Euro Festzuschuss vorhanden

Ein konkretes Rechenbeispiel: Du brichst dir einen Backenzahn ab und benötigst eine Vollkeramikkrone. Die Gesamtkosten betragen 1.200 Euro. Die GKV übernimmt einen Festzuschuss von 380 Euro. Dein Eigenanteil beträgt 820 Euro. Mit einem 10 Jahre lückenlosen Bonusheft steigt der Zuschuss auf 75 Prozent der Regelversorgung, was den Eigenanteil spürbar reduziert.

Besonders teuer wird es, wenn nach einer Extraktion ein Implantat notwendig ist und zusätzlich ein Knochenaufbau benötigt wird. In diesem Fall können die Gesamtkosten für die Versorgung eines einzelnen Zahnes auf über 5.000 Euro steigen. Eine Zahnzusatzversicherung kann in solchen Fällen den Eigenanteil erheblich reduzieren und ist besonders dann sinnvoll, wenn sie vor dem Schadensfall abgeschlossen wurde.

Was zahlt die Krankenkasse beim abgebrochenen Zahn?

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt bei einem abgebrochenen Zahn die medizinisch notwendige Basisversorgung. Was genau das bedeutet, hängt von der Art der Behandlung und dem Schweregrad des Schadens ab. Grundsätzlich gilt: Je aufwendiger und hochwertiger die gewählte Versorgung, desto mehr Eigenanteil bleibt am Patienten hängen.

Behandlung GKV Leistung Was du selbst zahlst
Glätten und Polieren Wird bei kleinen Schäden meist übernommen In der Regel kein Eigenanteil
Amalgamfüllung Vollständig übernommen als Regelversorgung Kein Eigenanteil bei Regelversorgung
Kompositfüllung (zahnfarben) Im Frontzahnbereich übernommen, im Seitenzahnbereich Aufpreis Aufpreis für Komposit im Seitenzahnbereich selbst tragen
Zahnkrone Festzuschuss für Regelversorgung (60 bis 75 Prozent) Eigenanteil je nach Material und Bonusheft
Wurzelbehandlung Basisbehandlung übernommen Aufwendige maschinelle Aufbereitung privat
Extraktion Vollständig übernommen Kein Eigenanteil
Zahnimplantat Nur Festzuschuss für die Krone, kein Zuschuss für das Implantat selbst Implantatkosten vollständig selbst tragen

Ein wichtiger Sonderfall: Wenn der Zahn durch einen Unfall abgebrochen ist, kann die Krankenkasse unter Umständen mehr übernehmen als im Normalfall. Wer eine private Unfallversicherung hat, sollte den Schaden dort zusätzlich melden. Manche Unfallversicherungen erstatten Zahnbehandlungskosten nach einem Unfall bis zu einem bestimmten Höchstbetrag.

Das Bonusheft spielt auch beim abgebrochenen Zahn eine wichtige Rolle. Wer 10 Jahre lückenlos alle Vorsorgebesuche dokumentiert hat, erhält 75 Prozent der Regelversorgung als Festzuschuss statt der üblichen 60 Prozent. Bei einer Zahnkrone mit einer Regelversorgung von 800 Euro bedeutet das einen zusätzlichen Zuschuss von 120 Euro allein durch das Bonusheft. Wer noch kein Bonusheft hat, sollte es unverzüglich bei seiner Krankenkasse beantragen und ab sofort lückenlos führen.

Wie kann ich weitere Zahnschäden vorbeugen?

Wer einmal einen Zahn abgebrochen hat, möchte das in Zukunft vermeiden. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Gewohnheiten lässt sich das Risiko für weitere Zahnbrüche erheblich reduzieren. Vorbeugung beginnt mit der täglichen Zahnpflege und endet beim richtigen Verhalten beim Sport oder beim Schlafen.

Maßnahme Warum wichtig?
Regelmäßige Zahnarztkontrollen Alle sechs Monate zur Kontrolle: Risikozähne mit großen Füllungen oder Rissen werden frühzeitig erkannt und geschützt
Professionelle Zahnreinigung (PZR) Entfernt Belag und Zahnstein, beugt Karies und Parodontitis vor und schützt damit die Zahnsubstanz langfristig
Aufbissschiene bei Bruxismus Wer nachts knirscht, sollte eine vom Zahnarzt angepasste Schiene tragen. Sie verteilt die Kräfte gleichmäßig und verhindert Risse und Abplätzungen
Zahnschutz beim Sport Bei Kontaktsportarten wie Fußball, Handball oder Kampfsport einen Mundschutz tragen, um Zähne vor Aufprall zu schützen
Fluoridhaltige Zahnpasta Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säuren und mechanische Belastung
Harte Gegenstände meiden Nüsse, Eis oder Bonbons mit den Zähnen knacken, Verpackungen mit den Zähnen öffnen oder auf Stifte beißen schwächt den Zahnschmelz
Säurereiche Ernährung reduzieren Cola, Energydrinks und Zitrusfrüchte lösen den Zahnschmelz auf. Nach säurehaltigen Speisen mindestens 30 Minuten warten bevor du Zähne putzt
Wurzelbehandelte Zähne schützen Nach einer Wurzelbehandlung sollte der Zahn mit einer Krone versorgt werden, um ihn vor weiteren Brüchen zu schützen

Besonders unterschätzt wird das Risiko durch Zähneknirschen. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie nachts knirschen, bis der Zahnarzt beim Kontrolltermin Abriebspuren am Zahnschmelz entdeckt. Eine individuell angepasste Aufbissschiene kostet zwischen 200 und 500 Euro und schützt Zähne im Wert von möglicherweise mehreren tausend Euro. Sie ist damit eine der kosteneffektivsten Investitionen in die Zahngesundheit.

Wer bereits einen Zahn abgebrochen hat, sollte beim nächsten Zahnarzttermin alle verbleibenden Zähne auf Risse und Schwachstellen untersuchen lassen. Häufig sind mehrere Zähne gleichzeitig gefährdet, ohne dass man es merkt. Eine frühzeitige Versorgung mit einer Krone oder Inlay kann einen bevorstehenden Bruch verhindern und ist in jedem Fall günstiger als eine Notfallbehandlung.

Fazit: Zahn abgebrochen, ruhig bleiben und richtig handeln

Ein abgebrochener Zahn ist unangenehm, aber in den meisten Fällen gut behandelbar. Entscheidend ist, wie schnell und richtig du reagierst. Wer das abgebrochene Zahnstück aufbewahrt, die Blutung stoppt und rechtzeitig einen Zahnarzt aufsucht, hat die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung.

Die Behandlungsmöglichkeiten reichen vom einfachen Glätten einer kleinen Absplitterung bis hin zur aufwendigen Implantatversorgung nach einer Extraktion. Je frühzeitiger der Schaden behandelt wird, desto größer sind die Chancen, den Zahn zu erhalten und teure Folgebehandlungen zu vermeiden.

Situation Empfohlene Maßnahme
Kleine Absplitterung ohne Schmerzen Baldigen Zahnarzttermin vereinbaren, scharfe Kanten mit Zahnwachs abdecken
Größerer Bruch mit Empfindlichkeit Innerhalb von 24 Stunden zum Zahnarzt, Zahnstück in Milch aufbewahren
Starke Schmerzen oder freiliegender Nerv Sofort zum Zahnarzt-Notdienst (116 117)
Schwellung oder Fieber zusätzlich Sofort zum Zahnarzt oder Notaufnahme, möglicher Abszess
Abgebrochener Zahn beim Kind Sofort zum Kinderzahnarzt oder Notdienst, Zahnstück in Milch aufbewahren
Vorbeugung für die Zukunft Regelmäßige Kontrollen, PZR, Aufbissschiene bei Bruxismus, Bonusheft führen

Langfristig ist Vorbeugung der beste Schutz. Regelmäßige Zahnarztbesuche, eine gute tägliche Zahnpflege und das Tragen einer Aufbissschiene bei Bruxismus können viele Zahnbrüche verhindern, bevor sie entstehen. Wer sein Bonusheft lückenlos führt und eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen hat, ist auch finanziell gut abgesichert, falls es doch einmal zu einem Schaden kommt. Dein Zahn ist es wert, richtig behandelt zu werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Zahn abgebrochen

Ruhe bewahren und das Zahnstück sofort in Milch aufbewahren, niemals in Wasser. Blutung mit einem sauberen Tuch stoppen und von außen kühlen. Keine Schmerzmittel direkt auf das Zahnfleisch legen. Scharfe Kanten mit Zahnwachs aus der Apotheke abdecken. Zahnarzt so schnell wie möglich kontaktieren, bei starken Schmerzen oder Schwellungen sofort den Notdienst unter 116 117 anrufen.
Die Kosten hängen vom Ausmaß des Schadens ab. Eine kleine Absplitterung kostet ab ca. 60 Euro zum Glätten. Ein Komposit-Aufbau liegt bei 70 bis 300 Euro. Eine Zahnkrone kostet 300 bis 1.600 Euro, eine Wurzelbehandlung 200 bis 2.500 Euro. Muss der Zahn extrahiert und durch ein Implantat ersetzt werden, können Gesamtkosten von 2.200 bis 4.200 Euro entstehen.
Milch ist das beste Transportmedium, da sie die Zellstruktur des Zahnes am längsten erhält. Alternativ das Stück im Mund zwischen Wange und Zahn aufbewahren, solange keine Gefahr besteht es zu verschlucken. Niemals in Wasser legen oder trocken aufbewahren, da beides die Zellen schädigt und eine spätere Wiederbefestigung erschwert.
Die GKV übernimmt die medizinisch notwendige Basisversorgung. Einfache Füllungen und Extraktionen werden vollständig bezahlt. Bei Zahnkronen gibt es einen Festzuschuss von 60 bis 75 Prozent der Regelversorgung, abhängig vom Bonusheft-Status. Zahnimplantate werden von der GKV nicht bezuschusst. Eine Zahnzusatzversicherung kann den Eigenanteil erheblich reduzieren.
Starke Schmerzen nach einem Zahnbruch deuten häufig auf einen freiliegenden Nerv hin. Das ist ein zahnärztlicher Notfall. Rufe sofort den Zahnarzt-Notdienst unter 116 117 an. Zur Überbrückung kannst du ein rezeptfreies Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol einnehmen. Lege niemals Aspirin direkt auf das Zahnfleisch, das äätzt das Gewebe und verschlimmert die Situation.
Eine Zahnkrone kostet in Deutschland zwischen 300 und 1.600 Euro je nach Material. Die GKV übernimmt einen Festzuschuss von 60 Prozent der Regelversorgung, mit 5 Jahren lückenlosem Bonusheft 70 Prozent und mit 10 Jahren 75 Prozent. Bei einer Vollkeramikkrone für 1.200 Euro und einem Festzuschuss von 380 Euro verbleiben ca. 820 Euro Eigenanteil. Eine Zahnzusatzversicherung kann diesen Betrag deutlich reduzieren.
Den Zahnarzt-Notdienst unter 116 117 anrufen, dieser ist rund um die Uhr erreichbar. Alternativ eine Universitätszahnklinik in der Nähe aufsuchen, die häufig als Notaufnahme verfügbar ist. Zur Überbrückung das Zahnstück in Milch aufbewahren, scharfe Kanten mit Zahnwachs abdecken und bei Schmerzen ein rezeptfreies Schmerzmittel einnehmen. Nie länger als 48 Stunden warten.
Wenn der Zahn nicht gerettet werden kann und extrahiert werden muss, ist ein Implantat die hochwertigste Ersatzlösung. Die Gesamtkosten für ein Implantat mit Krone liegen bei 2.200 bis 4.200 Euro. Wird zusätzlich ein Knochenaufbau benötigt, können die Kosten auf über 5.000 Euro steigen. Die GKV übernimmt nur einen Festzuschuss für die Krone, nicht für das Implantat selbst.
Ja. Schmerzfreiheit bedeutet nicht, dass alles in Ordnung ist. Ein schmerzloser Zahnbruch kann trotzdem einen freiliegenden Nerv, eindringende Bakterien oder eine beginnende Entzündung haben. Unbehandelt kann daraus Karies, eine Pulpitis oder sogar ein Abszess entstehen. Auch ein schmerzloser abgebrochener Zahn sollte innerhalb von 48 Stunden zahnärztlich untersucht werden.
Bonusheft lückenlos führen für höheren GKV-Zuschuss (bis 75 Prozent). Mehrere Heil- und Kostenpläne einholen und vergleichen, Preise können bis zu 30 Prozent abweichen. Eine Zahnzusatzversicherung abschließen bevor ein Schadensfall eintritt. Universitätszahnkliniken anbieten oft 20 bis 30 Prozent günstigere Behandlungen. Behandlungskosten als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend machen.
Porträt des Autors Dr. Andrea Ohneseit

Über die Autorin

Mein Name ist Dr. med. dent. Andrea Ohneseit, und ich arbeite seit vielen Jahren als Zahnärztin und Oralchirurgin. In meiner täglichen Praxis erlebe ich, wie wichtig verständliche Aufklärung und frühzeitige Vorsorge für die Zahngesundheit sind.

In meinen Beiträgen zeige ich dir, wie du deine Zähne langfristig gesund hältst und Behandlungen besser verstehst. Ich erkläre typische Beschwerden, Abläufe und Möglichkeiten klar und praxisnah.

Mein Ziel ist es, dir Sicherheit zu geben, Fragen zu klären und dich dabei zu unterstützen, gute Entscheidungen für deine Zahngesundheit zu treffen.

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