Zahnfleischrückgang: Ursachen, Symptome und Behandlung
Wenn Zähne länger wirken als früher oder die Zähne empfindlich auf Kälte oder Wärme reagieren, könnte Zahnfleischrückgang die Ursache sein. Ab dem 40. Lebensjahr ist er eine der häufigsten Zahnerkrankungen, doch auch jüngere Menschen sind betroffen.
Das Problem: Zahnfleischrückgang entwickelt sich schleichend und wird oft erst bemerkt, wenn bereits sichtbare Schäden entstanden sind. Unbehandelt kann er zu freiliegenden Zahnhälsen, Karies, Zahnlockerung und im schlimmsten Fall zum Zahnverlust führen.
In diesem Artikel erfährst du, welche Ursachen hinter dem Zahnfleischrückgang stecken, wie du ihn frühzeitig erkennst, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und was du selbst tun kannst, um ihn zu stoppen.
- 1. Was ist Zahnfleischrückgang und wie entsteht er?
- 2. Zahnfleischrückgang erkennen: Die häufigsten Symptome
- 3. Die häufigsten Ursachen von Zahnfleischrückgang
- 4. Welche Folgen hat unbehandelter Zahnfleischrückgang?
- 5. Zahnfleischrückgang Behandlung: Was wirklich hilft
- 6. Zahnfleischrückgang selbst stoppen: Was du zu Hause tun kannst
- 7. Wann ist ein chirurgischer Eingriff notwendig?
- 8. Was kostet die Behandlung von Zahnfleischrückgang?
- 9. Fazit: Zahnfleischrückgang verstehen, stoppen und vorbeugen
Was ist Zahnfleischrückgang und wie entsteht er?
Zahnfleischrückgang, medizinisch als Gingivarezession bezeichnet, beschreibt den Rückzug des Zahnfleisches vom Zahn. Dabei wird die Zahnwurzel zunehmend freigelegt, was Zähne optisch länger erscheinen lässt und sie empfindlicher gegenüber Temperatur, Säure und Bakterien macht. Das Zahnfleisch bildet normalerweise eine schützende Manschette um jeden Zahn und versiegelt den Übergang zwischen Zahn und Knochen. Geht es zurück, verliert der Zahn diesen Schutz dauerhaft.
Wichtig zu verstehen: Zahnfleisch kann sich im Gegensatz zu anderen Körpergeweben nicht von selbst regenerieren. Einmal zurückgegangenes Zahnfleisch wächst ohne Behandlung nicht nach. Das macht frühzeitiges Erkennen und Handeln so wichtig.
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Gingivarezession | Medizinischer Fachbegriff für Zahnfleischrückgang |
| Zahnfleischschwund | Umgangssprachlicher Begriff für denselben Vorgang |
| Freiliegender Zahnhals | Sichtbare Folge des Zahnfleischrückgangs: Der Übergang zwischen Krone und Wurzel wird sichtbar |
| Parodontitis | Häufigste Ursache für Zahnfleischrückgang: Entzündung des Zahnhalteapparats |
| Reversibilität | Zahnfleischrückgang ist nicht reversibel: Das Gewebe wächst ohne Behandlung nicht nach |
Zahnfleischrückgang betrifft statistisch gesehen besonders Menschen ab dem 40. Lebensjahr, ist aber keineswegs auf ältere Patienten beschränkt. Auch junge Erwachsene können betroffen sein, vor allem wenn sie zu hart putzen, unter Parodontitis leiden oder genetisch dazu neigen. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend über Monate und Jahre, weshalb sie häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium bemerkt wird.
Zahnfleischrückgang erkennen: Die häufigsten Symptome
Das Tückische am Zahnfleischrückgang ist, dass er sich über einen langen Zeitraum schleichend entwickelt und oft erst bemerkt wird, wenn bereits sichtbare Schäden entstanden sind. Wer die typischen Warnsignale kennt, kann früher reagieren und teure Folgebehandlungen vermeiden.
| Symptom | Was es bedeutet |
|---|---|
| Zähne wirken länger als früher | Das Zahnfleisch hat sich zurückgezogen und legt den Zahnhals frei. Häufig erst im Spiegel oder durch Hinweis des Zahnarztes bemerkt |
| Empfindlichkeit bei Kälte und Wärme | Freiliegende Zahnhälse reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen, da die schützende Schmelzschicht dort fehlt |
| Schmerzen beim Zähneputzen | Freiliegende Zahnwurzeln reagieren auf den Druck der Zahnbürste mit Schmerzen oder Empfindlichkeit |
| Zahnfleischbluten | Kann auf eine begleitende Entzündung hinweisen, die den Rückgang verursacht oder verstärkt |
| Sichtbare dunkle Linie am Zahnansatz | Der Übergang zwischen Zahnkrone und freiliegender Wurzel ist oft dunkler gefärbt und deutlich sichtbar |
| Wackelnde Zähne | In fortgeschrittenen Stadien kann der Knochen unter dem Zahnfleisch abgebaut werden, was zur Lockerung der Zähne führt |
Besonders trügerisch ist die Empfindlichkeit bei Kälte und Wärme. Viele Menschen führen dieses Symptom auf andere Ursachen zurück und ignorieren es jahrelang. Dabei ist es häufig eines der ersten Zeichen, dass das Zahnfleisch zurückgeht und die Zahnwurzel nicht mehr ausreichend geschützt ist. Wer solche Empfindlichkeiten bemerkt, sollte zeitnah einen Zahnarzt aufsuchen und den Befund abklären lassen.
Wichtig: Nicht jeder Zahnfleischrückgang verursacht Schmerzen. In vielen Fällen verläuft er völlig schmerzlos und wird erst beim Zahnarzttermin zufällig entdeckt. Das unterstreicht noch einmal, wie wichtig regelmäßige Kontrollbesuche alle sechs Monate sind.
Die häufigsten Ursachen von Zahnfleischrückgang
Zahnfleischrückgang entsteht selten durch eine einzige Ursache. Meistens wirken mehrere Faktoren zusammen, die das Zahnfleischgewebe über Jahre hinweg schädigen und schwächen. Wer die Ursachen kennt, kann gezielt gegensteuern und den Rückgang verlangsamen oder stoppen.
| Ursache | Erklärung |
|---|---|
| Falsche Putztechnik | Zu hartes oder zu horizontales Zähneputzen schleift das Zahnfleisch buchstäblich ab. Eine weiche Bürste und kreisende Bewegungen schonen das Gewebe |
| Parodontitis | Die häufigste Ursache. Bakterien im Zahnbelag entzünden das Zahnfleisch und bauen langfristig Knochen und Gewebe ab |
| Zähneknirschen (Bruxismus) | Die enormen Druckkräfte beim Knirschen belasten nicht nur Zähne, sondern auch das umliegende Zahnfleisch und den Knochen |
| Zahnfehlstellungen | Zähne die aus der Reihe stehen, werden beim Kauen ungleichmäßig belastet. Das kann das Zahnfleisch an bestimmten Stellen besonders stark belasten |
| Genetische Veranlagung | Manche Menschen haben von Natur aus dünneres Zahnfleischgewebe und sind dadurch anfälliger für Rückgang, unabhängig von ihrer Zahnpflege |
| Rauchen | Nikotin verengt die Blutgefäße im Zahnfleisch, verschlechtert die Durchblutung und schwächt die Abwehrkräfte gegen Bakterien erheblich |
| Hormonelle Veränderungen | Schwangerschaft, Wechseljahre oder hormonelle Verhütungsmittel können das Zahnfleisch empfindlicher und anfälliger für Entzündungen machen |
| Zahnersatz und Piercings | Schlecht sitzender Zahnersatz oder Zungenpiercing können durch dauerhaften mechanischen Druck das Zahnfleisch schädigen |
Besonders unterschätzt wird die falsche Putztechnik als Ursache. Viele Menschen glauben, dass kräftiges Putzen die Zähne sauberer macht. Das Gegenteil ist der Fall: Zu viel Druck und horizontale Schrubbbewegungen tragen den Zahnschmelz ab und drücken das Zahnfleisch dauerhaft zurück. Eine weiche Zahnbürste und die richtige Technik, am besten vom Zahnarzt gezeigt, können diesen Prozess stoppen.
Auch Stress spielt eine unterschätzte Rolle. Chronischer Stress schwächt das Immunsystem, fördert Zähneknirschen und begünstigt Entzündungen im Mundraum. Wer unter dauerhaftem Stress leidet, sollte seinen Zahnarzt darüber informieren, damit mögliche Folgeschäden frühzeitig erkannt werden.
Welche Folgen hat unbehandelter Zahnfleischrückgang?
Zahnfleischrückgang ist keine rein ästhetische Frage. Wer ihn ignoriert oder zu lange mit der Behandlung wartet, riskiert ernsthafte gesundheitliche Folgen, die weit über das Zahnfleisch hinausgehen. Je früher gehandelt wird, desto größer sind die Chancen, die Zähne langfristig zu erhalten.
| Folge | Was passiert konkret? |
|---|---|
| Karies an der Zahnwurzel | Freiliegende Zahnwurzeln haben keinen schützenden Zahnschmelz. Bakterien greifen das weichere Wurzeldentin direkt an und verursachen Karies, die sich schnell ausbreitet |
| Zahnempfindlichkeit | Freiliegende Zahnhälse reagieren zunehmend schmerzhaft auf Kälte, Wärme, Süßes und Säure. Die Lebensqualität beim Essen und Trinken sinkt deutlich |
| Knochenabbau | Wenn Zahnfleischrückgang durch Parodontitis verursacht wird, baut sich gleichzeitig der Kieferknochen ab. Das ist irreversibel und gefährdet den Zahnerhalt |
| Zahnlockerung | Ohne ausreichend Knochen und Zahnfleisch verlieren Zähne ihren Halt. Sie beginnen zu wackeln und können sich verschieben |
| Zahnverlust | Im fortgeschrittenen Stadium ist der Zahn nicht mehr zu retten und muss extrahiert werden. Anschließend ist aufwendiger Zahnersatz notwendig |
| Ästhetische Beeinträchtigung | Längere Zähne, dunkle Linien am Zahnansatz und Lücken zwischen den Zähnen beeinträchtigen das Erscheinungsbild des Lächelns und das Selbstbewusstsein |
Besonders gefährlich ist die Kombination aus Zahnfleischrückgang und Parodontitis. Während der Rückgang allein zunächst nur ästhetische und funktionale Probleme verursacht, greift Parodontitis gleichzeitig den Kieferknochen an. Ist der Knochen erst einmal abgebaut, kann er nicht mehr vollständig wiederhergestellt werden. Der Zahn verliert seinen Halt und ist langfristig verloren, wenn nicht frühzeitig behandelt wird.
Darüber hinaus gibt es zunehmend wissenschaftliche Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und systemischen Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Schlaganfall. Entzündungen im Mundraum können Entzündungsprozesse im gesamten Körper begünstigen. Die Zahngesundheit ist damit weit mehr als nur eine lokale Angelegenheit.
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Zahnfleischrückgang Behandlung: Was wirklich hilft
Die Behandlung von Zahnfleischrückgang richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß des Rückgangs. Leichte Fälle lassen sich oft durch eine verbesserte Zahnpflege und professionelle Reinigung stoppen. Fortgeschrittene Fälle erfordern gezielte zahnärztliche Eingriffe bis hin zu chirurgischen Maßnahmen. Entscheidend ist immer: Erst die Ursache behandeln, dann die Folgen.
| Behandlung | Wann geeignet? | Was wird erreicht? |
|---|---|---|
| Professionelle Zahnreinigung (PZR) | Leichter bis mittlerer Rückgang, begleitende Entzündung | Entfernung von Belag und Zahnstein, Entzündung wird reduziert |
| Parodontitis-Therapie | Wenn Parodontitis die Ursache ist | Beseitigung der bakteriellen Ursache, Stoppen des weiteren Rückgangs |
| Aufbissschiene | Wenn Bruxismus die Ursache ist | Schutz vor übermäßigem Druck auf Zähne und Zahnfleisch |
| Desensibilisierung | Bei starker Zahnempfindlichkeit durch freiliegende Zahnhälse | Reduzierung der Schmerzempfindlichkeit durch spezielle Lacke oder Gele |
| Lasertherapie | Begleitend zur Parodontitis-Therapie | Bakterien werden gezielt abgetötet, Entzündungen werden reduziert |
| Zahnfleischtransplantation | Fortgeschrittener Rückgang mit freiliegenden Zahnwurzeln | Wiederherstellung des Zahnfleischniveaus durch körpereigenes Gewebe |
| PRF-Therapie (Eigenbluttherapie) | Ergänzend zu chirurgischen Eingriffen | Wachstumsfaktoren aus eigenem Blut fördern die Geweberegeneration |
Der erste Schritt bei jeder Behandlung ist immer die Ursachenbeseitigung. Solange zum Beispiel Parodontitis unbehandelt ist oder der Patient weiterhin mit zu viel Druck putzt, wird auch die beste Behandlung keine dauerhaften Ergebnisse liefern. Der Zahnarzt erstellt zunächst einen genauen Befund und legt dann gemeinsam mit dem Patienten einen Behandlungsplan fest.
Wichtig: Zahnfleischrückgang kann gestoppt, aber nicht von alleine rückgängig gemacht werden. Nur durch eine gezielte chirurgische Maßnahme wie eine Zahnfleischtransplantation kann verlorenes Gewebe wieder aufgebaut werden. Je früher die Behandlung beginnt, desto weniger aufwendig und kostspielig ist sie in der Regel.
Zahnfleischrückgang selbst stoppen: Was du zu Hause tun kannst
Auch wenn Zahnfleischrückgang ohne professionelle Behandlung nicht rückgängig gemacht werden kann, gibt es einige wichtige Maßnahmen, die du selbst ergreifen kannst, um den Rückgang zu verlangsamen oder zu stoppen. Diese Maßnahmen ergänzen die zahnärztliche Behandlung und sind entscheidend für den langfristigen Erfolg.
| Maßnahme | Warum wichtig? |
|---|---|
| Weiche Zahnbürste verwenden | Weiche Borsten schonen das Zahnfleisch und verhindern weiteren mechanischen Abrieb. Harte Bürsten sind einer der häufigsten Auslöser für Rückgang |
| Richtige Putztechnik anwenden | Kreisende oder rüttelnde Bewegungen statt horizontalem Schrubben. Vom Zahnfleisch weg in Richtung Zahnspitze putzen, nicht dagegen drücken |
| Zahnpasta für empfindliche Zähne | Spezielle Zahnpasten mit Kaliumnitrat oder Hydroxylapatit versiegeln freiliegende Dentinkanälchen und reduzieren Empfindlichkeit |
| Zahnseide und Interdentalbürsten | Reinigung der Zahnzwischenräume verhindert Bakterienansiedlung, die Entzündungen und damit Zahnfleischrückgang fördert |
| Antibakterielle Mundspülung | Chlorhexidin-haltige Spülungen reduzieren Bakterien im Mundraum. Nur kurzfristig anwenden, da sie bei Dauereinsatz die Mundflora stören können |
| Rauchen aufhören | Nikotin verschlechtert die Durchblutung des Zahnfleisches erheblich. Nichtraucher haben deutlich bessere Heilungschancen bei Zahnfleischerkrankungen |
| Zuckerarme Ernährung | Zucker fördert das Wachstum von Bakterien im Mundraum. Eine zuckerarme Ernährung reduziert den Bakterienbelag und schützt das Zahnfleisch |
| Stressreduktion | Chronischer Stress fördert Zähneknirschen und schwächt das Immunsystem. Entspannungsübungen, ausreichend Schlaf und Bewegung helfen dem gesamten Körper, auch dem Zahnfleisch |
Ein häufiger Fehler bei der Selbstbehandlung: Viele Menschen putzen nach der Diagnose Zahnfleischrückgang noch intensiver, in der Hoffnung dadurch die Situation zu verbessern. Das Gegenteil ist der Fall. Weniger Druck und die richtige Technik sind entscheidend. Lass dir beim nächsten Zahnarzttermin die korrekte Putztechnik zeigen und übe sie konsequent.
Hausmittel wie Ölziehen, Salzwasserspülungen oder Salbeitee können begleitend eingesetzt werden und haben entzündungshemmende Eigenschaften. Sie ersetzen jedoch keine professionelle Behandlung und sollten nie als alleinige Therapie verstanden werden. Bei bestehendem Zahnfleischrückgang führt kein Weg am Zahnarzt vorbei.
Wann ist ein chirurgischer Eingriff notwendig?
Nicht jeder Zahnfleischrückgang muss operiert werden. Leichte bis mittlere Fälle lassen sich oft durch professionelle Reinigung, Parodontitis-Therapie und eine verbesserte Zahnpflege erfolgreich stoppen. Wenn jedoch bereits ein erheblicher Teil der Zahnwurzel freigelegt ist, der Knochen abgebaut wird oder der Patient unter starken Beschwerden leidet, kann ein chirurgischer Eingriff die einzige Möglichkeit sein, den Zahn langfristig zu erhalten.
| Chirurgische Methode | Ablauf | Geeignet bei |
|---|---|---|
| Bindegewebstransplantat (CTG) | Körpereigenes Bindegewebe wird vom Gaumen entnommen und an der betroffenen Stelle eingenäht. Goldstandard der Zahnfleischchirurgie | Einzelne oder mehrere freiliegende Zahnwurzeln, stabiler Knochen vorhanden |
| Tunneltechnik | Minimal-invasive Variante des Bindegewebstransplantats. Das Transplantat wird durch einen Tunnel unter dem Zahnfleisch geschoben, ohne große Schnitte | Mehrere benachbarte Zähne mit Rückgang, schonendste Operationsmethode |
| Freies Schleimhauttransplantat | Schleimhaut vom Gaumen wird entnommen und an der betroffenen Stelle aufgenäht. Erhöht die Stabilität des Zahnfleisches | Sehr dünnes Zahnfleischgewebe, das gestärkt werden muss |
| PRF-Therapie (Eigenbluttherapie) | Aus eigenem Blut werden Wachstumsfaktoren gewonnen und in das Zahnfleisch eingebracht, um die Regeneration zu fördern | Ergänzend zu Transplantationen für bessere Heilungsergebnisse |
Ein chirurgischer Eingriff ist in folgenden Situationen besonders empfehlenswert: wenn mehr als ein Drittel der Zahnwurzel freigelegt ist, wenn trotz optimaler Zahnpflege der Rückgang weiter fortschreitet, wenn starke Empfindlichkeit die Lebensqualität erheblich einschränkt oder wenn ästhetische Gründe den Patienten stark belasten.
Die gute Nachricht: Zahnfleischoperationen werden heute unter lokaler Betäubung durchgeführt und sind in den meisten Fällen gut verträglich. Die Heilungszeit beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen. Entscheidend für den Erfolg ist, dass die Ursache des Rückgangs vor dem Eingriff vollständig beseitigt wurde, damit das transplantierte Gewebe dauerhaft erhalten bleibt.
Was kostet eine Zahnfleischtransplantation? Die Kosten hängen vom Umfang des Eingriffs und der Anzahl der betroffenen Zähne ab. Pro Zahn sind Kosten von 300 bis 800 Euro realistisch. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die medizinisch notwendige Basisversorgung, aufwendigere Eingriffe werden häufig nur teilweise oder gar nicht erstattet. Eine Zahnzusatzversicherung kann hier einen wertvollen Beitrag leisten.
Was kostet die Behandlung von Zahnfleischrückgang?
Die Kosten für die Behandlung von Zahnfleischrückgang variieren je nach Schweregrad, Behandlungsmethode und Anzahl der betroffenen Zähne erheblich. Leichte Fälle lassen sich vergleichsweise günstig behandeln, während chirurgische Eingriffe an mehreren Zähnen schnell in den vierstelligen Bereich gehen können.
| Behandlung | Kosten (ca.) | GKV Leistung |
|---|---|---|
| Professionelle Zahnreinigung (PZR) | 80 bis 150 Euro pro Sitzung | Kein gesetzlicher Anspruch, manche Kassen bezuschussen |
| Parodontitis-Therapie (konservativ) | 200 bis 800 Euro | Basisbehandlung vollständig übernommen |
| Aufbissschiene bei Bruxismus | 200 bis 500 Euro | Teilweise übernommen, Eigenanteil je nach Kasse |
| Desensibilisierungsbehandlung | 50 bis 200 Euro | Teilweise übernommen |
| Lasertherapie | 200 bis 600 Euro | In der Regel nicht übernommen |
| Bindegewebstransplantat (pro Zahn) | 300 bis 800 Euro | Basiseingriff teilweise übernommen, Eigenanteil häufig hoch |
| Zahnfleischtransplantation (mehrere Zähne) | 1.000 bis 3.500 Euro | Teilweise übernommen, hoher Eigenanteil bleibt |
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt beim Zahnfleischrückgang die medizinisch notwendige Basisversorgung. Das bedeutet: Die konservative Parodontitis-Therapie wird bezahlt, aufwendigere Eingriffe wie chirurgische Transplantationen oder Lasertherapie jedoch nur teilweise oder gar nicht. Wer eine Zahnzusatzversicherung hat, sollte prüfen, ob diese parodontologische Behandlungen und chirurgische Eingriffe am Zahnfleisch abdeckt.
Der wichtigste Tipp zur Kostenreduktion: Frühzeitig handeln. Eine professionelle Zahnreinigung für 100 Euro und eine verbesserte Putztechnik können in frühen Stadien ausreichen, um den Rückgang zu stoppen. Wer wartet bis ein chirurgischer Eingriff an mehreren Zähnen notwendig ist, zahlt ein Vielfaches. Zahngesundheit ist immer günstiger als Zahnbehandlung.
Fazit: Zahnfleischrückgang verstehen, stoppen und vorbeugen
Zahnfleischrückgang ist eine ernste Erkrankung, die sich schleichend entwickelt und ohne Behandlung zu dauerhaften Schäden führen kann. Das Wichtigste ist: Je früher du handelst, desto besser sind die Chancen, deine Zähne langfristig zu erhalten und aufwendige sowie teure Eingriffe zu vermeiden.
Zurückgegangenes Zahnfleisch wächst nicht von selbst nach. Wer auf Warnsignale wie Zahnempfindlichkeit, länger wirkende Zähne oder Zahnfleischbluten achtet und zeitnah einen Zahnarzt aufsucht, hat die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung.
| Schritt | Was du jetzt tun solltest |
|---|---|
| 1. | Zahnarzt aufsuchen und Zahnfleischzustand professionell beurteilen lassen |
| 2. | Putztechnik überprüfen lassen und auf eine weiche Zahnbürste umsteigen |
| 3. | Professionelle Zahnreinigung mindestens zweimal jährlich durchführen lassen |
| 4. | Bei Bruxismus eine Aufbissschiene anfertigen lassen |
| 5. | Parodontitis frühzeitig behandeln lassen bevor weiterer Knochen- und Gewebeabbau entsteht |
| 6. | Bei fortgeschrittenem Rückgang chirurgische Optionen mit dem Zahnarzt besprechen |
Zahnfleischrückgang ist kein unvermeidliches Schicksal. Mit der richtigen Zahnpflege, regelmäßigen Zahnarztbesuchen und dem frühzeitigen Erkennen von Warnsignalen lässt er sich in vielen Fällen stoppen, bevor er ernsthafte Schäden verursacht. Dein Zahnfleisch schützt deine Zähne ein Leben lang, wenn du es richtig pflegst.
