Zahnprothesen: Alle Arten, Kosten, Vor- und Nachteile 2026

Bild zum Beitrag Zahnprothesen

Wenn Zähne fehlen, ist eine Zahnprothese in vielen Fällen die Lösung die Funktion, Ästhetik und Lebensqualität wiederherstellt. Doch Zahnprothese ist nicht gleich Zahnprothese. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten sind erheblich: in Material, Halt, Komfort, Pflege und Kosten.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen herausnehmbarem und festsitzendem Zahnersatz. Herausnehmbare Prothesen können täglich zur Reinigung entnommen werden. Festsitzende Versorgungen wie implantatgetragene Brücken sind dauerhaft im Mund verankert und fühlen sich wie natürliche Zähne an.

In diesem Artikel bekommst du einen vollständigen Überblick über alle wichtigen Zahnprothesen-Arten: von der einfachen Teilprothese bis zur modernen implantatgetragenen Versorgung. Mit Kosten, Vor- und Nachteilen und einer Entscheidungshilfe für deine persönliche Situation.

Was ist eine Zahnprothese?

Eine Zahnprothese ist ein künstlicher Ersatz für fehlende Zähne, der Funktion, Ästhetik und Kaufähigkeit wiederherstellt. Sie kann einzelne, mehrere oder alle Zähne eines Kiefers ersetzen. Je nach Versorgungsart wird sie entweder festsitzend im Mund verankert oder herausnehmbar gefertigt, sodass sie täglich zur Reinigung entnommen werden kann.

Der Begriff Zahnprothese wird im Alltag oft als Oberbegriff für alle Arten von Zahnersatz verwendet. In der Fachsprache bezeichnet er jedoch vor allem herausnehmbaren Zahnersatz, also Prothesen die nicht dauerhaft im Mund verbleiben. Festsitzender Zahnersatz wie Kronen, Brücken und Implantate wird streng genommen nicht als Prothese bezeichnet, obwohl er dieselbe Funktion erfüllt.

Kategorie Beschreibung Beispiele
Herausnehmbarer Zahnersatz Kann täglich zur Reinigung entnommen werden, liegt auf Zahnfleisch und Knochen auf Teilprothese, Vollprothese, Klammerprothese
Kombinierter Zahnersatz Herausnehmbar aber mit festem Halt durch Verankerung an Zähnen oder Implantaten Teleskopprothese, Druckknopfprothese, Stegprothese, Geschiebeprothese
Festsitzender Zahnersatz Dauerhaft im Mund verankert, nicht herausnehmbar, fühlt sich wie natürliche Zähne an Zahnimplantat, implantatgetragene Brücke, All-on-4

Eine Zahnprothese wird individuell für jeden Patienten angefertigt. Sie passt sich der Form des Kiefers, der Farbe der verbleibenden Zähne und den persönlichen Wünschen des Patienten an. Moderne Prothesen sind deutlich komfortabler, ästhetischer und langlebiger als ältere Modelle. Dennoch erfordert jede Prothese eine Eingewöhnungszeit, die je nach Patient von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen dauern kann.

Welche Arten von Zahnprothesen gibt es?

Die Auswahl an Zahnprothesen ist heute größer denn je. Von der einfachen herausnehmbaren Teilprothese bis zur festsitzenden implantatgetragenen Vollversorgung gibt es für nahezu jede Situation die passende Lösung. Ein Überblick über alle wichtigen Arten:

Art der Prothese Typ Kosten (ca.) Geeignet für
Klammerprothese Herausnehmbar 800 bis 1.200 Euro Einzelne fehlende Zähne, günstiger Einstieg
Vollprothese Herausnehmbar 600 bis 1.200 Euro pro Kiefer Vollständiger Zahnverlust
Teleskopprothese Kombiniert 3.500 bis 7.500 Euro Noch einige Restzähne vorhanden
Geschiebeprothese Kombiniert 2.500 bis 5.000 Euro Hohe ästhetische Ansprüche, keine sichtbaren Klammern
Druckknopfprothese Kombiniert (auf Implantaten) 4.000 bis 9.000 Euro Totalverlust, mehr Halt gewünscht
Stegprothese Kombiniert (auf Implantaten) ab 9.500 Euro Maximaler Halt, Totalverlust
All-on-4 / All-on-6 Festsitzend (auf Implantaten) 12.000 bis 20.000 Euro pro Kiefer Totalverlust, festsitzende Versorgung gewünscht

Die Vielfalt der Optionen kann zunächst überwältigend wirken. Grundsätzlich gilt: Je mehr eigene Zähne noch vorhanden sind, desto mehr Möglichkeiten für kombinierten Zahnersatz mit besserem Halt gibt es. Je weniger eigene Zähne verbleiben, desto eher kommen Vollprothesen oder implantatgetragene Lösungen in Frage. In den folgenden Abschnitten stellen wir jede Prothesenart ausführlich vor.

Teilprothese: Arten, Vorteile und Nachteile

Eine Teilprothese ersetzt einzelne oder mehrere fehlende Zähne, wenn noch eigene Restzähne im Kiefer vorhanden sind. Sie wird herausnehmbar gefertigt und an den verbleibenden Zähnen befestigt. Je nach Befestigungsart und Material unterscheidet man verschiedene Varianten.

Klammerprothese (Modellgussprothese)

Die Klammerprothese ist die am häufigsten eingesetzte Teilprothese. Sie besteht aus einem Metallgerüst mit Kunststoffzähnen und wird mit Metallklammern an den Nachbarzähnen befestigt. Die Klammern sind sichtbar, was ästhetisch störend wirken kann. Sie ist jedoch robust, langlebig und verhältnismäßig günstig.

Geschiebeprothese

Die Geschiebeprothese wird über kleine Präzisionsverbindungen (Geschiebe) an Zahnkronen befestigt. Da keine sichtbaren Klammern vorhanden sind, ist sie deutlich ästhetischer als die Klammerprothese. Die Nachbarzähne müssen jedoch für die Aufnahme von Kronen beschliffen werden.

Teilprothesen-Art Vorteile Nachteile
Klammerprothese Günstig, robust, GKV-Zuschuss, schnell herstellbar Sichtbare Metallklammern, eingeschränkter Tragekomfort
Geschiebeprothese Keine sichtbaren Klammern, hohe Ästhetik, guter Halt Teurer, Nachbarzähne müssen beschliffen werden
Teleskopprothese Sehr guter Halt, erweiterbar bei weiterem Zahnverlust, hoher Komfort Aufwendige Herstellung, höhere Kosten, Restzähne müssen beschliffen werden

Ein besonderer Vorteil der Teilprothese gegenüber der Vollprothese: Da noch eigene Zähne vorhanden sind, überträgt die Prothese Kaukräfte über diese Zähne auf den Kieferknochen. Das verlangsamt den Knochenabbau. Zudem geben die Restzähne der Prothese Halt und Stabilität, was den Tragekomfort deutlich verbessert.

Wichtig: Eine Teilprothese erfordert besonders sorgfältige Zahnpflege. Die Klammern an den Nachbarzähnen können Plaqueablagerungen begünstigen. Wer die Prothese trägt, muss die verbleibenden Zähne und die Prothese selbst täglich gründlich reinigen um Karies und Zahnfleischprobleme zu vermeiden.

Vollprothese: Vorteile, Nachteile und Haltbarkeit

Eine Vollprothese ersetzt alle Zähne eines Kiefers und kommt zum Einsatz wenn keine eigenen Zähne mehr vorhanden sind. Sie liegt auf dem Zahnfleisch und dem Kieferknochen auf und wird durch Adhäsionskräfte und im Oberkiefer zusätzlich durch den Unterdruck der Gaumenplatte gehalten. Die Vollprothese ist die günstigste Lösung bei vollständigem Zahnverlust und wird von der GKV bezuschusst.

Kriterium Oberkieferprothese Unterkieferprothese
Halt Gut durch Gaumenplatte und Unterdruck Oft problematisch, Zunge bewegt die Prothese
Kosten 600 bis 1.200 Euro 600 bis 1.200 Euro
Haltbarkeit 5 bis 8 Jahre 3 bis 5 Jahre
GKV-Zuschuss 60 bis 75 Prozent der Regelversorgung 60 bis 75 Prozent der Regelversorgung

Die Vollprothese hat klare Vorteile und Nachteile die Patienten kennen sollten:

Vorteile Nachteile
Günstigste Lösung bei Totalverlust Knochenabbau schreitet fort da keine Kraftübertragung auf den Knochen
GKV-Festzuschuss vorhanden Wackelt häufig besonders im Unterkiefer
Kein chirurgischer Eingriff nötig Eingewöhnungszeit von mehreren Wochen notwendig
Schnell herstellbar (3 bis 6 Wochen) Gaumenplatte im Oberkiefer kann Geschmack beeinträchtigen
Reparierbar und anpassbar Muss alle 5 bis 8 Jahre erneuert werden

Der größte Nachteil der Vollprothese ist der fortschreitende Knochenabbau. Da die Prothese nur auf dem Zahnfleisch aufliegt und keine Kaukräfte in den Knochen überträgt, schwindet der Knochen mit der Zeit. Das führt dazu dass die Prothese immer schlechter sitzt und regelmäßig unterfüttert oder erneuert werden muss. Wer langfristig eine stabilere und komfortablere Lösung sucht, sollte implantatgetragene Alternativen in Betracht ziehen.

Implantatgetragene Prothesen: Moderne Alternativen im Überblick

Implantatgetragene Prothesen verbinden die Vorteile von Implantaten mit denen von herausnehmbaren oder festsitzenden Prothesen. Durch die Implantate als Verankerung sitzen sie deutlich fester als klassische Prothesen, verhindern den Knochenabbau und bieten einen erheblich höheren Tragekomfort. Es gibt verschiedene Varianten je nach Anzahl der Implantate und gewünschtem Komfort.

Druckknopfprothese (Locator-Prothese)

Die Druckknopfprothese wird auf 2 bis 4 Implantaten befestigt. An den Implantaten sind kleine Druckknöpfe (Locatoren) angebracht, in die die Prothese eingeknöpft wird. Sie lässt sich einfach herausnehmen und ist dennoch deutlich stabiler als eine klassische Vollprothese. Sie ist die günstigste implantatgetragene Option.

Stegprothese

Bei der Stegprothese verbindet ein Metallsteg 4 bis 6 Implantate miteinander. Die Prothese wird über diesen Steg geschoben und eingeclipst. Sie bietet sehr guten Halt und ist besonders im Unterkiefer eine hervorragende Lösung da der Steg die Kräfte gleichmäßig auf alle Implantate verteilt.

All-on-4 und All-on-6

All-on-4 und All-on-6 sind festsitzende Vollversorgungen auf 4 oder 6 Implantaten. Eine festsitzende Vollbrücke wird dauerhaft auf den Implantaten verschraubt. Sie ist nicht herausnehmbar und fühlt sich wie natürliche Zähne an. Oft ist eine Sofortversorgung noch am Tag der Implantation möglich.

Variante Implantate Herausnehmbar Kosten pro Kiefer (ca.) Komfort
Druckknopfprothese 2 bis 4 Ja 4.000 bis 9.000 Euro Sehr gut
Stegprothese 4 bis 6 Ja ab 9.500 Euro Ausgezeichnet
All-on-4 4 Nein 12.000 bis 18.000 Euro Maximal
All-on-6 6 Nein 15.000 bis 20.000 Euro Maximal

Der entscheidende Vorteil aller implantatgetragenen Lösungen: Die Implantate übertragen Kaukräfte direkt auf den Kieferknochen. Dadurch bleibt der Knochen erhalten, das Gesicht verliert nicht sein Volumen und die Prothese sitzt dauerhaft stabil. Wer sich einmal für eine implantatgetragene Versorgung entschieden hat, berichtet in den meisten Fällen von einer erheblich verbesserten Lebensqualität.

Mehr zum Thema

Welche Zahnprothese ist die richtige Wahl?

Die Wahl der richtigen Zahnprothese ist eine individuelle Entscheidung die von mehreren Faktoren abhängt. Es gibt keine universell beste Lösung. Was für einen Patienten ideal ist, kann für einen anderen ungeeignet sein. Die folgende Übersicht hilft dir die wichtigsten Entscheidungsfaktoren einzuordnen.

Entscheidungsfaktor Empfehlung
Noch eigene Restzähne vorhanden Teilprothese, Teleskopprothese oder Geschiebeprothese je nach Anzahl und Zustand der Restzähne
Vollständiger Zahnverlust, begrenztes Budget Klassische Vollprothese mit GKV-Festzuschuss
Vollständiger Zahnverlust, mehr Halt gewünscht Druckknopfprothese auf 2 Implantaten als günstigste implantatgetragene Option
Maximaler Halt und Komfort gewünscht Stegprothese oder All-on-4 für höchste Stabilität
Festsitzende Versorgung wie natürliche Zähne All-on-4 oder All-on-6: Festsitzende Vollbrücke auf Implantaten
Hohe ästhetische Ansprüche, keine sichtbaren Klammern Geschiebeprothese oder Teleskopprothese
Kein chirurgischer Eingriff möglich oder gewünscht Klassische Teil- oder Vollprothese ohne Implantate

Neben den objektiven Faktoren spielen auch persönliche Präferenzen eine wichtige Rolle. Manche Patienten legen großen Wert auf eine herausnehmbare Prothese die einfach zu reinigen ist. Andere möchten eine festsitzende Versorgung die sich anfühlt wie echte Zähne und keinerlei Einschränkungen im Alltag mit sich bringt.

Der wichtigste Schritt ist immer das ausführliche Beratungsgespräch mit dem Zahnarzt. Lass dir alle Optionen erklären, frage nach einem detaillierten Heil- und Kostenplan und hole bei Unsicherheit eine Zweitmeinung ein. Eine gut informierte Entscheidung ist die Grundlage für eine Versorgung mit der du langfristig zufrieden bist.

Was kostet eine Zahnprothese? Preisübersicht 2026

Die Kosten für eine Zahnprothese hängen stark von der gewählten Art, dem Material, der Qualität des Dentallabors und der Praxis ab. Als Orientierung kannst du mit folgenden Richtwerten rechnen:

Prothesen-Art Kosten Deutschland (ca.) GKV-Zuschuss
Klammerprothese (Teilprothese) 800 bis 1.200 Euro Festzuschuss 60 bis 75 Prozent
Vollprothese (pro Kiefer) 600 bis 1.200 Euro Festzuschuss 60 bis 75 Prozent
Geschiebeprothese 2.500 bis 5.000 Euro Teilweise, Eigenanteil hoch
Teleskopprothese 3.500 bis 7.500 Euro Teilweise, Eigenanteil hoch
Druckknopfprothese (2 bis 4 Implantate) 4.000 bis 9.000 Euro Nur für Prothese, nicht für Implantate
Stegprothese (4 bis 6 Implantate) ab 9.500 Euro Nur für Prothese, nicht für Implantate
All-on-4 (pro Kiefer) 12.000 bis 18.000 Euro Nur für Kronenversorgung
All-on-6 (pro Kiefer) 15.000 bis 20.000 Euro Nur für Kronenversorgung

Diese Preisangaben sind Richtwerte und können je nach Praxis, Region, Material und individuellem Aufwand abweichen. Lass dir vor jeder Behandlung einen schriftlichen Heil- und Kostenplan aushändigen und reiche diesen bei deiner Krankenkasse ein. So weißt du genau welchen Zuschuss du erhältst und welcher Eigenanteil auf dich zukommt.

Wer langfristig rechnet sollte auch die Folgekosten einkalkulieren. Eine klassische Vollprothese muss alle 5 bis 8 Jahre erneuert werden. Über 20 Jahre entstehen damit Gesamtkosten von 2.000 bis 5.000 Euro. Eine implantatgetragene Versorgung kostet in der Anschaffung mehr, ist aber langlebiger und erspart häufige Erneuerungen und Anpassungen.

Was zahlt die Krankenkasse bei Zahnprothesen?

Die gesetzliche Krankenversicherung bezuschusst Zahnprothesen im Rahmen des befundorientierten Festzuschusssystems. Das bedeutet: Für jeden Zahnbefund gibt es einen festgelegten Zuschuss der der günstigsten medizinisch ausreichenden Versorgung entspricht. Wer eine hochwertigere Lösung wählt, trägt den Mehrpreis selbst.

Bonusheft-Status GKV-Zuschuss Beispiel: Regelversorgung 800 Euro
Kein Bonusheft 60 Prozent 480 Euro Zuschuss, 320 Euro Eigenanteil
5 Jahre lückenlos 70 Prozent 560 Euro Zuschuss, 240 Euro Eigenanteil
10 Jahre lückenlos 75 Prozent 600 Euro Zuschuss, 200 Euro Eigenanteil
Härtefall Bis zu 100 Prozent der Regelversorgung Vollständige Übernahme der Regelversorgungskosten möglich

Was die GKV bei Zahnprothesen übernimmt und was nicht:

Leistung GKV-Leistung
Einfache Teilprothese (Regelversorgung) Festzuschuss 60 bis 75 Prozent
Vollprothese (Regelversorgung) Festzuschuss 60 bis 75 Prozent
Teleskop- oder Geschiebeprothese Nur Festzuschuss für Regelversorgung, hoher Eigenanteil
Implantate für implantatgetragene Prothesen Kein Zuschuss für Implantate, nur für die Prothese selbst
All-on-4 oder All-on-6 Nur für die Kronenversorgung, Implantate vollständig selbst tragen
Unterfütterung bestehender Prothese Unter bestimmten Voraussetzungen übernommen

Eine Zahnzusatzversicherung kann den verbleibenden Eigenanteil erheblich reduzieren. Gute Tarife erstatten 75 bis 100 Prozent des Eigenanteils bei Zahnersatz. Besonders bei aufwendigen Versorgungen wie Teleskopprothesen oder implantatgetragenen Lösungen kann das eine Ersparnis von mehreren tausend Euro bedeuten. Schließe eine Zahnzusatzversicherung frühzeitig ab bevor ein konkreter Behandlungsbedarf entsteht.

Materialien bei Zahnprothesen: Was kommt zum Einsatz?

Die Materialien einer Zahnprothese beeinflussen Haltbarkeit, Ästhetik, Gewicht und Tragekomfort erheblich. Moderne Prothesen bestehen aus einer Kombination verschiedener Materialien die jeweils unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

Material Einsatzbereich Vorteile Nachteile
Kunststoff (Acryl) Prothesenbasis bei Teil- und Vollprothesen, provisorische Zähne Günstig, leicht, einfach zu reparieren, zahnfarben Kann sich verfärben, weniger langlebig als Keramik, poröser als Metall
Metall (Kobalt-Chrom) Gerüst bei Modellgussprothesen, Teleskopkronen Sehr stabil, dünn und leicht trotz Stärke, langlebig Sichtbar wenn keine Verblendung, Metallgeschmack möglich
Keramik Künstliche Zähne bei hochwertigen Prothesen Natürliche Optik, verfärbt sich kaum, sehr ästhetisch Teurer als Kunststoffzähne, kann bei Bruch nicht repariert werden
Titan Implantatkörper, Abutments Biokompatibel, sehr leicht, extrem langlebig, korrosionsbeständig Teurer als andere Metalle, bei seltener Titanunverträglichkeit nicht geeignet
Zirkonoxid Kronen auf Implantaten, metallfreie Prothesen Metallfrei, sehr hart, natürliche Lichtdurchlässigkeit, biokompatibel Teuerste Option, bei starker Punktbelastung kann Zirkon brechen

Die meisten modernen Zahnprothesen kombinieren mehrere Materialien. Eine typische Modellgussprothese hat ein stabiles Metallgerüst aus Kobalt-Chrom, eine Prothesenbasis aus Kunststoff und Ersatzzähne aus Keramik oder hochwertigem Kunststoff. Diese Kombination vereint Stabilität, Ästhetik und Tragekomfort.

Für Patienten mit Metallunverträglichkeiten gibt es heute vollständig metallfreie Alternativen. Kunststoffprothesen ohne Metallgerüst oder Prothesen mit Zirkon- und Keramikkomponenten ermöglichen eine metallfreie Versorgung für nahezu jede Situation. Sprich deinen Zahnarzt an wenn du Bedenken bezüglich bestimmter Materialien hast.

Zahnprothese richtig pflegen: Die wichtigsten Tipps

Eine Zahnprothese ist eine Investition die mit der richtigen Pflege viele Jahre hält. Gleichzeitig schützt eine gute Pflege die Mundgesundheit und verhindert Entzündungen, Druckstellen und unangenehme Gerüche. Die folgenden Tipps gelten für alle herausnehmbaren Prothesen.

Pflegemaßnahme Warum wichtig?
Täglich mit Prothesenbürste reinigen Entfernt Bakterien, Belag und Speisereste die sonst zu Gerüchen und Entzündungen führen
Keine normale Zahnpasta verwenden Schleifmittel in Zahnpasta zerkratzen die Prothese und fördern Bakterienanlagerung
Nachts in Reinigungslösung einlegen Desinfiziert die Prothese gründlich und verhindert Austrocknung und Verformung des Kunststoffs
Zahnfleisch und Gaumen täglich massieren Fördert die Durchblutung, beugt Druckstellen vor und hält das Gewebe gesund
Prothese nachts herausnehmen Gibt dem Zahnfleisch eine Erholungspause und reduziert das Risiko für Entzündungen
Niemals in heißes Wasser legen Heißes Wasser verformt den Kunststoff dauerhaft und macht die Prothese unbrauchbar
Verbleibende eigene Zähne sorgfältig pflegen Besonders an Klammern und Haltelementen sammelt sich Plaque, der zu Karies führen kann
Regelmäßige Zahnarztkontrollen Der Zahnarzt überprüft Sitz und Zustand der Prothese und erkennt frühzeitig wenn eine Anpassung nötig ist

Ein häufiger Fehler: Viele Prothesenträger reinigen die Prothese über dem leeren Waschbecken. Fällt die Prothese dabei herunter, kann sie brechen. Reinige die Prothese immer über einem mit Wasser gefüllten Waschbecken oder lege ein Handtuch aus um den Aufprall zu dämpfen.

Für implantatgetragene Prothesen gelten zusätzliche Pflegehinweise. Die Implantate und das umliegende Zahnfleisch müssen täglich mit einer weichen Zahnbürste und Zahnseide oder Interdentalbürsten gereinigt werden. Bakterienbelag an den Implantaten kann zu einer Periimplantitis führen, einer Entzündung die ähnlich wie Parodontitis den Knochen abbaut und im schlimmsten Fall zum Implantatverlust führt.

Fazit: Die richtige Zahnprothese für mehr Lebensqualität

Zahnprothesen haben sich in den letzten Jahrzehnten enorm weiterentwickelt. Von der einfachen herausnehmbaren Klammerprothese bis zur festsitzenden All-on-4 Versorgung gibt es heute für nahezu jede Situation und jedes Budget die passende Lösung. Das Ziel ist immer dasselbe: Kaufunktion, Ästhetik und Lebensqualität wiederherstellen.

Die Wahl der richtigen Prothese ist eine persönliche Entscheidung die von deinem Zahnstatus, deinem Budget und deinen individuellen Wünschen abhängt. Lass dich ausführlich beraten, fordere einen detaillierten Heil- und Kostenplan an und vergleiche wenn nötig mehrere Angebote.

Situation Empfohlene Prothese
Einzelne fehlende Zähne, noch Restzähne vorhanden Klammerprothese oder Teleskopprothese je nach Budget und Ästhetikanspruch
Hohe ästhetische Ansprüche, keine sichtbaren Klammern Geschiebeprothese oder Teleskopprothese
Totalverlust, begrenztes Budget Klassische Vollprothese mit GKV-Festzuschuss
Totalverlust, mehr Halt gewünscht Druckknopfprothese auf 2 Implantaten als günstigste implantatgetragene Lösung
Maximaler Komfort, festsitzend wie natürliche Zähne All-on-4 oder All-on-6 als hochwertigste Lösung

Denk daran: Eine Zahnprothese ist keine einmalige Entscheidung. Sie begleitet dich täglich und beeinflusst wie du isst, sprichst und lächelst. Investiere die Zeit in eine gründliche Beratung und wähle die Lösung die am besten zu deinem Leben passt. Mit der richtigen Prothese und einer konsequenten Pflege gewinnst du Lebensqualität zurück die du vielleicht schon lange vermisst hast.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Zahnprothesen

Man unterscheidet herausnehmbare Prothesen (Klammerprothese, Vollprothese), kombinierte Prothesen (Teleskopprothese, Geschiebeprothese, Druckknopfprothese, Stegprothese) und festsitzende implantatgetragene Versorgungen (All-on-4, All-on-6). Die richtige Wahl hängt von der Anzahl der fehlenden Zähne, dem Knochenangebot, dem Budget und den persönlichen Wünschen ab.
Die Kosten variieren stark: Eine einfache Vollprothese kostet 600 bis 1.200 Euro pro Kiefer, eine Teleskopprothese 3.500 bis 7.500 Euro, eine Druckknopfprothese 4.000 bis 9.000 Euro und eine All-on-4 Versorgung 12.000 bis 18.000 Euro pro Kiefer. Die GKV bezuschusst einfache Prothesen mit 60 bis 75 Prozent der Regelversorgung je nach Bonusheft-Status.
Eine Teilprothese ersetzt einzelne fehlende Zähne wenn noch eigene Restzähne vorhanden sind. Sie wird an den verbleibenden Zähnen befestigt. Eine Vollprothese ersetzt alle Zähne eines Kiefers bei vollständigem Zahnverlust. Sie liegt auf dem Zahnfleisch auf und hält durch Adhäsionskräfte und im Oberkiefer durch den Unterdruck der Gaumenplatte.
Eine Teleskopprothese wird über ein Doppelkronensystem an den verbleibenden Restzähnen oder Implantaten befestigt. Die Prothese wird aufgesteckt und hält durch Friktion sehr fest. Sie ist herausnehmbar, bietet aber deutlich mehr Halt als eine Klammerprothese. Sie eignet sich besonders wenn noch einige eigene Zähne vorhanden sind und eine ästhetische klammernfreie Versorgung gewünscht wird. Kosten: 3.500 bis 7.500 Euro.
Die Prothese täglich mit einer Prothesenbürste und mildem Reiniger reinigen, keine normale Zahnpasta verwenden da diese Schleifmittel enthält. Nachts in Wasser oder einer Reinigungslösung einlegen. Niemals in heißes Wasser legen. Zahnfleisch und Gaumen täglich massieren und die Prothese nachts herausnehmen. Regelmäßige Zahnarztkontrollen alle 6 bis 12 Monate sind wichtig.
Eine Druckknopfprothese wird auf 2 bis 4 Implantaten befestigt. An den Implantaten sind Druckknöpfe (Locatoren) angebracht in die die Prothese eingeknöpft wird. Sie lässt sich einfach herausnehmen, sitzt aber deutlich stabiler als eine klassische Vollprothese. Sie ist die günstigste implantatgetragene Option und kostet 4.000 bis 9.000 Euro je nach Anzahl der Implantate.
Die GKV bezuschusst einfache Teilprothesen und Vollprothesen mit 60 Prozent der Regelversorgung. Mit 5 Jahren lückenlosem Bonusheft steigt der Zuschuss auf 70 Prozent, mit 10 Jahren auf 75 Prozent. Hochwertigere Prothesen wie Teleskopprothesen werden nur mit dem Regelversorgungszuschuss bezuschusst. Für Implantate bei implantatgetragenen Prothesen gibt es keinen GKV-Zuschuss.
Beide sind implantatgetragene herausnehmbare Prothesen. Bei der Druckknopfprothese sind an jedem Implantat einzelne Druckknöpfe befestigt. Bei der Stegprothese verbindet ein Metallsteg alle Implantate miteinander und die Prothese wird über diesen Steg geschoben. Die Stegprothese bietet etwas mehr Stabilität und gleichmäßigere Kraftverteilung, ist aber auch teurer (ab 9.500 Euro vs. 4.000 bis 9.000 Euro).
Eine klassische Vollprothese hält im Oberkiefer 5 bis 8 Jahre, im Unterkiefer 3 bis 5 Jahre. Eine Teleskopprothese hält 10 bis 15 Jahre. Implantatgetragene Versorgungen sind deutlich langlebiger: Die Implantate selbst halten 15 bis 20 Jahre oder länger. Die Haltbarkeit hängt maßgeblich von der täglichen Pflege und regelmäßigen Zahnarztkontrollen ab.
Ja, besonders bei aufwendigen Versorgungen. Gute Tarife erstatten 75 bis 100 Prozent des Eigenanteils bei Zahnersatz. Bei einer Teleskopprothese für 5.000 Euro kann der Eigenanteil nach GKV-Zuschuss noch 3.000 Euro oder mehr betragen. Eine Zahnzusatzversicherung kann diesen Betrag erheblich reduzieren. Wichtig: Den Tarif abschließen bevor ein konkreter Behandlungsbedarf entsteht.
Porträt des Autors Dr. Andrea Ohneseit

Über die Autorin

Mein Name ist Dr. med. dent. Andrea Ohneseit, und ich arbeite seit vielen Jahren als Zahnärztin und Oralchirurgin. In meiner täglichen Praxis erlebe ich, wie wichtig verständliche Aufklärung und frühzeitige Vorsorge für die Zahngesundheit sind.

In meinen Beiträgen zeige ich dir, wie du deine Zähne langfristig gesund hältst und Behandlungen besser verstehst. Ich erkläre typische Beschwerden, Abläufe und Möglichkeiten klar und praxisnah.

Mein Ziel ist es, dir Sicherheit zu geben, Fragen zu klären und dich dabei zu unterstützen, gute Entscheidungen für deine Zahngesundheit zu treffen.

Top